


Am Freitag den 12.12. fuhr ich wieder mal nach Zadar, hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch und war etwas gereizt. Alle Vorbereitungen liefen etwas durcheinander und bis zum letzten Augenblick wusste ich nicht ob ich fahre oder nicht. An meine Seite war ein Kroate der in solchen Angelegenheiten keine Erfahrungen hatte und auch nicht viel von Tiere verstand. Das war nicht so wichtig. Wichtig war anzukommen und auch wieder abreisen mit so viele Tiere wie nur möglich oder zumindest die sollten dabei sein für die ich PS oder FP hatte.
Die Nacht war schon angebrochen als wir in Zagreb ankammen. Meine Schwester wartete schon und ich konnte ein wenig entspannen und paar Neuigkeiten erfahren. Zagreb kann auch nicht mit Tierschutz prallen, es geschehen Ereignisse die unfassbar sind. Ich liess ein wenig von den Sachspenden für die arme Tiere dort. Mein Gewissen war dadurch nicht beruhigt. Wintersonne war schon am aufgehen als ich mich für drei Stunden hinlegte.
Schon bald waren wir wieder auf der Autobahn. Ich erinnerte mich an die Zeiten als ich sorglos in Urlaub fuhr ohne zu wissen was für ein Elend der Tiere mich umgab. Ganz schnell vertrieb der Gedanke an Zadar und Benkovac meine Erinnerungen. Wir erreichten Zadar - Shelter gegen Mittag, sofort fiel mir auf das es neue Tiere gab. Ausgesetzt, verlassen, verraten!

Hier an der Stelle wurde jeder weiteres Wort pathetisch klingen, ich spüre immer noch den Schmerz in der Brust als ob alle Augen auf mich gerichtet waren, mich durchbohrten,und der berühmte Blick "bitte nimm mich mit"!
Während wir die Tiere einluden konnte Talijan entkommen. Er war in dem Wald über den Shelter und obwohl man sich die grösste Mühe gab ihn zu finden - glaubte keine so richtig daran... und ich dachte nur..."mein Gott Talijan, es ist die Chance deines Lebens, komm zurück"!
Gleichzeitig rief ich in Deutschland an um wenigstens einem anderen die Chance einzuräumen und fragte die PS in Krailling ob ich ein andere Tier mitbringen darf... ich empfal Bin. Sie sagte zu nach dem ich ihr den Bin beschrieb und von Bin erzählte.
 | Es ist immer eine Frage des Ansprechens wenn ein Hund oder überhaupt ein Tier ausgesucht wird. Bin ist von Anfang an auf der Seite, noch nie hat jemand nach Bin gefragt. Lag das an seinem Aussehen, seinem ängstlichen Blick,Körperhaltung... ich weiss es nicht, ich wusste nur das er grosse Angst hatte, das er gemobbt wird, dass er oft von anderen angegriffen wurde, gebissen, verjagt, er hat sich niemals verteidigt, nicht einmal sein Futter. | |
Und nun hat er die Chance bekommen, ganz zufällig, weil Talijan ein Schussel war, weg rannte, nicht das Glück erkannt hat. Bin war in seiner Box... in dem Transporter... und er hatte wiedermal Angst.
Und plötzlich kam Maya mit einen Bündel im Arm... ich konnte es nicht glauben...es war Talijan. Es gab viele verschiedene Erlebnisse und eine Menge Emotionen in Zadar aber das hier war unbeschreiblich und ist es immer noch. Ich wusste nicht ob ich mich freuen soll oder nicht!!! Soll man Bin wieder aus der Box nehmen? Bleibt Bin nun hier, allem ausgesetzt was ich nun wusste! Was soll ich tun? Es scheint mir Heute wie eine Filmlänge aber es waren Sekunden... ich rief wieder in Deutschland an und sagte was nun passiert ist und ich bekam die Antwort die ich mir ganz still und fast unmerklich gewünscht habe... "na dann bringe sie doch beide"!
DANKE MANUELA!
Marijana schaute mich an... sie versteht ja kein Deutsch... ich sah sie an mit Augen volle Tränen aber lachend.. ja lachend... Bin bleibt in der Box... und Talijan kommt in eine andere Box. Wir fahren nach Deutschland!!!
Um es nicht weiter zu vertiefen möchte ich nur sagen das ich vor drei Tage gehört habe: "Bin heisst jetzt Ben und der ist ein Geschenk Gottes!
Mit 23 Hunde und 6 katzen fuhren wir über Zagreb, meine Schwester und ihre Mann begleiteten uns wiedermal über die Grenze. Mit ein paar Fragen des Zöllners und einmal den Transporter öffnen waren wir dann endlich in der EU.
Zuerst kammen wir in Villach an um Taras, jetzt Zorro abzugeben, gegen Morgen erreichten wir Bad Reichenhall, dann auch Rosenheim, Thalkirchen, Grünwald, Krailling, Fürstenfeldbruck, Augsburg... im Transporter hatten wir keine Katze mehr und nur noch 5 Hunde. Wir fuhren nun nach Ulm wo Walter auf uns wartete um Kiki nach Frankfurt/M zu bringen... ich musste immer wieder an Bin/Ben denken der auf Bauch krieschend in den Vorgarten in Krailling robbte.
Von Ulm fuhren wir weiter nach Stuttgart wo wir auf der Raststätte "Denkendorf" Claudia H. und Petra M. getroffen haben und so hatten Welpen Ernie und Bena sowie Ive und Amon ihre Leute erreicht. Von Claudia H. übernahmen wir einen Hund der in München abgeholte werden sollte. Der schnarchte lustig bis München. Ich fuhr trotz Müdigkeit und doch tiefe Trauer zufrieden in Richtung Bayern, über Augsburg wo der junge Mann sein Auto geholt hatte um nach Hause zu fahren. Ich fuhr wieder nach München um Boxen zurück zu geben. Dort warteten schon die Leute aus Österreich auf dem immer noch schnarchenden Hund. Nein, nein, ich war nicht neidisch aber ich sehnte mich so sehr nach Bett und Schlaf. Nach der Übergabe der Boxen und versch. Papiere musste ich nochmal nach Augsburg fahren um in meinem Garten restliche Boxen zu lassen und dann nach Dießen am Ammersee zu fahren um den Transporter zurück zu bringen. Es war inzwischen 03:00 Uhr, es war kalt, sehr verschneit und glatt, mein Auto das dort auf dem Parkplatz stand war vereist und ich brauchte eine Ewigkeit um die Türe zu öffnen, ich weiss nicht wie ich gefahren bin, meine Hände waren erfroren und taten weh, ich fuhr sehr langsam und halbschlafend, grade auf der A8 war das nicht so gerne gesehen obwohl fast die ganze Strecke eine Baustelle ist.
Zuhause ankommend sass ich eine zeitlang am Tisch und versuchte mich zu sammeln, meine Miezen und auch Pepo freuten sich aber bei mir kam nicht einmal bei Anblick meine kleine Familie Freude auf... ich war leer, ich dachte nichts und ich fühlte nichts mehr... ich fiel ins Bett und konnte endlich so richtig heulen.
Fast eine Woche ist vergangen und ich kann immer noch nicht sagen das ich da bin, dass ich angekommen bin, ich kann nicht viel erzählen, ich fühle eine unheimliche Schwere die auf meiner Schulter lastet und werde die Last nicht mehr los und mehr als jemals in den letzten Jahren denke ich an Weihnachten 2002 und auch 2003...an Felix und Skyly.
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